Sunny Side Up

Ich bin mittlerweile wirklich näher an der 30 als an der 20 (seit fast vier Jahren um ehrlich zu sein…) und auch wenn ich mich überhaupt nicht so fühle, versuche ich gerade mehr & mehr mich von meinen ‚Teenie-Ängsten‘ zu befreien & erwachsen zu werden. Ach Gott wieso klingt das immer gleich so hart & vorallem spießig?! Aber ja, ich muss zugeben, ich habe bis dato immernoch regelrecht Panik davor, mit fremden Menschen telefonisch Kontakt aufzunehmen. Umso mehr freue ich mich, wenn ich höre, dass ich nicht die Einzige bin der es so geht. Arzttermine ausmachen, die IT anrufen, weil man sein Passwort fürs Firmen-Intranet vergessen hat oder einen Kundentermin fürs Auto vereinbaren? Hölle! Ich schiebe es lieber einen ganzen Monat(wirklich wahr, soeben passiert!) vor mich hin, als es sofort zu erledigen.

Immerhin bin ich in Sachen Sparsamkeit & Altersvorsorge vernünftiger geworden. Davor war bei mir das Motto ‚Morgen kann ja alles vorbei sein!‘ angesagt. Oder auch ‚Ich hab mir schon lang nichts mehr gegönnt!‘. Klar fülle ich in regelmäßigen Abständen so einige Warenkörbe bei den üblichen Verdächtigen, aber ich muss sagen, in letzter Sekunde kam mir dann der Blitzgedanke & mein allgemeines Vorhaben zwecks Kleiderverwertung wieder in den Sinn. Auch die letzten Streifzüge durch die Stadt blieben erfolglos & das meiste Geld wurde dann doch im Supermarkt des Vertrauens fürs Abendessen ausgegeben.

Dieses Erwachsenwerden- fällt das nur mir so schwer oder kann ich mich beruhigt wieder zurücklehnen? Klar habe ich Momente in denen ich denke ich bin bereit für eine eigene Familie & die Ehe und eben alles was dazu gehört. Aber es kommen dann auch wieder die Tage an denen ich froh bin nur für mich selbst verantwortlich zu sein, meinen Tag so zu gestalten wie ich das möchte. Mein erarbeitetes Geld auf den Kopf zu hauen, die Wohnung unaufgeräumt zu lassen & einen Sonntag lang bei Regen im Bett zu verbringen.

Am meisten fällt mir das bei den Heimatbesuchen auf. Wenn mir meine Mama erzählt, wer aus meiner alten Klasse nun schon das zweite oder dritte Kind erwartet, ein Haus baut oder sich schon wieder scheiden lässt. Da fühle ich mich unter Druck gesetzt, obwohl ich das alles noch gar nicht möchte und ich froh darüber bin, dass ich mich gegen so ein Kleinstadtleben entschieden habe.

Wahrscheinlich sind es wieder die vermaledeiten sozialen Medien die den Druck nach der perfekten kleinen Familie im perfekten Eigenheim mit Ende 20 in die Höhe aufkommen lassen. Oder eben das Alter in dem ich mich gerade befinde & die Erwartungshaltung der Anderen. Im Endeffekt zählt die Zufriedenheit & das Glücklich-Sein. Und ich bin glücklich & vorallem zufrieden. Mit allem was ich habe, mit den Menschen in meinem Leben, mit allem was ich bereits erreicht & gemeistert habe, die ganzen Schicksalsschläge die ich bis jetzt wegstecken musste.

Und jetzt entschuldigt mich- mein Bett, Netflix & das Glas Vino warten auf mich.

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